Die etwas andere Erziehungsberatung - konkret und schnell.


Viele Konflikte und Probleme innerhalb von Familien
treten schon allein deswegen auf, weil den einzelnen Familienmitgliedern unter dem heutigen Zeit- und Erfolgsdruck das Verständnis für die individuellen Präferenzen des anderen verloren gegangen ist: Was dem einen ganz wichtig ist, erscheint dem anderen völlig bedeutungslos oder zumindest nachrangig. Die Interessen und Ziele des anderen werden somit sehr schnell bewertet und die damit im Zusammenhang stehenden Verhaltensweisen des anderen für gut oder schlecht gehalten.

Entsprechend der individuellen Interessen und Ausrichtungen der Familienmit-glieder ergeben sich auf diese Weise unterschiedliche Wertordnungen. Es bestehen somit ganz unterschiedliche Auffassungen darüber, was als erstrebenswert und was als nicht erstrebenswert gilt, was gut und was böse ist.

Viele Konflikte ließen sich mithin sehr schnell lösen und in Zukunft vermeiden, wenn die individuellen und unter anderem moralischen Skripte der einzelnen Familienmitglieder offengelegt würden und eine den unterschiedlichen Skripten angepasste Regulierungsroutine der Einzelinteressen vorgenommen würde.

Umso erstaunlicher ist es, dass beispielsweise die Frage der in einer Familie unterschiedlichen moralischen Konzepte in der Erziehungsberatung und in der Kinder- und Jugendlichenpsychotherapie bisher nur eine sehr geringe Rolle spielt. Zumeist wird vielmehr versucht, entweder die vermuteten Ursachen von unerwünschtem Verhalten zu beseitigen oder aber das unerwünschte Verhalten selbst vornehmlich über die Belohnung von erwünschtem Verhalten zu verdrängen.